Arbeitsplatzbezogene Rehabilitationsangebote der gesetzlichen Unfallversicherung

Nach Arbeitsunfällen oder beruflichen Erkrankungen und Verletzungen gestaltet sich die Rückkehr ins Berufsleben manchmal schwierig und es braucht ein besonderes Augenmerk auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit. Die gesetzliche Unfallversicherung, wozu z.B. auch die gewerblichen Berufsgenossenschaften zählen, bieten zwei Verfahren, die sich diesen Problemstellungen gezielt annehmen: Die Arbeitsplatzbezogene Therapie (ABT) und die Arbeitsplatzbezogene Muskuloskeletale Rehabilitation (ABMR).

 

Arbeitsplatzbezogene Therapie der Berufsgenossenschaften (ABT)

Das ZAR Wolfsburg ist im Rahmen des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens für diese Leistung zugelassen. Der arbeitsplatzbezogene Therapieansatz im ZAR Wolfsburg hält folgende Kernmaßnahmen bereit:

  • Grundlage der ABMR ist die sogenannte „Funktionelle Jobanalyse“, mit der zunächst arbeitsplatzspezifische Anforderungen erhoben werden.
  • Mit dem EFL Screening Test (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nach Isernhagen) wird die funktionelle Leistungsfähigkeit des Patienten ermittelt.
  • Die Ergebnisse aus Funktioneller Jobanalyse und EFL Screening Test werden gegenübergestellt und damit arbeitsplatzbezogene Defizite ermittelt. Etwaige arbeitsplatzrelevante Einschränkungen werden mit dem anschließenden Trainingsprogramm gezielt therapiert. 
  • Ein erneuter EFL Screening Test legt abschließend die arbeitsplatzspezifische Belastbarkeit des Patienten nach Abschluss der ABT fest.

Die Arbeitsplatzbezogene Therapie (ABT) wird isoliert von der Ergotherapie erbracht (Leistungsverzeichnis Ergotherapie Ziffer 11.5).

Teilnehmer an der ABT profitieren erheblich von dem speziellen arbeitsplatzbezogenen Trainingsprogramm. So lernen sie, ihre individuellen Arbeitsplatzbelastungen wahrzunehmen, erproben auf sie abgestimmte optimale Arbeitsplatzhaltungen und trainieren ökonomische und sichere Arbeitstechniken mit dem Ziel, die arbeitsplatzspezifische Belastbarkeit wiederherzustellen. 

 

 

Arbeitsplatzbezogene Muskuloskeletale Rehabilitation der gesetzlichen Unfallversicherung (ABMR)

Verletzungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystemes bedingen häufig Einschränkungen am Arbeitsplatz – bislang ausgeübte arbeitsrelevante Aktivitäten sind oft gar nicht mehr oder erschwert möglich. Die Unfallversicherungsträger ermöglichen in solchen Fällen mit langer Arbeitsunfähigkeit die spezielle „Arbeitsplatzbezogene Muskuloskeletale Rehabilitation“ (ABMR). Es handelt sich dabei um eine Komplextherapie, die neben den üblichen Rehabilitationsinhalten eine spezielle Arbeitsplatzorientierung bietet. So können Rehabilitanten bei einer ausreichenden funktionellen Belastbarkeit wieder unmittelbar an den Arbeitsplatz zurückkehren. Um dies zu erreichen, führt das ZAR Wolfsburg auf den Arbeitsplatz abgestimmte Trainingsmaßnahmen durch mit einer Dauer von 2 bis 4 Wochen. Die ABMR-Maßnahme erfolgt an 5 Tagen pro Woche. Zu Beginn liegt die tägliche Therapiedauer bei 3 Stunden, sie wird im Verlauf in Abstimmung mit dem Arzt und den beteiligten Therapeuten kontinuierlich gesteigert. Am Ende der ABMR soll die Belastbarkeit wieder den Anforderungen der beruflichen Tätigkeiten entsprechen.

Zu den arbeitsplatzbezogenen Therapieelementen der ABMR zählen zum Beispiel Ergotherapie mit Schwerpunkt Arbeitstherapie sowie Arbeitssimulations- und Praxistraining. Das ZAR Wolfsburg verfügt über eine spezielle personelle, apparative und räumliche Ausstattung für dieses Therapieangebot.  Daher wurde die Einrichtung von den Landesverbänden der Unfallversicherung an der ABMR beteiligt.

Die Handlungsanleitungen können hier eingesehen werden: http://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/hand.pdf